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Gesellschaft CJZ Mainz e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Mainz e.V.
Augustinerstraße 34
55116 Mainz

Fon 0 61 31 / 9 20 99 99
Fax 0 61 31 / 9 20 98 97

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Geschichte der GCJZ Mainz

Anlass zur Gründung der Gesellschaft

Zur Gründung führte ein Anstoß von außen: Im Juni 1964 erhielt Herman Hickel, Pfarrer an der evangelischen Christuskirche, einen Hinweis auf eine für den Herbst geplante Vortragsreise des israelischen Journalisten Schalom ben Chorin. Pfarrer Hickel nahm Kontakt mit ihm auf und lud ihn nach Mainz ein. Ben Chorin antwortete prompt, sagte zu und fragte an, wer denn die Veranstaltung organisiere und trage- etwa die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Mainz? Vermutlich wurde erst durch diese Nachfrage klar, dass eine Veranstaltung mit diesem Redner eine breiter Basis brauche, um auch eine entsprechende Öffentlichkeit zu erreichen. Eine GCJZ Mainz aber gab es nicht- also wurde beschlossen, sie zu gründen.

Doch die Gründung eines eingetragenen Vereins mit allen formalen Richtigkeiten ging so rasch nicht- mit Ben Chorin war ein Termin im Oktober vereinbart worden, also bildete man auf Initiative von Pfr. Hickel ganz informell eine „Arbeitsgemeinschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“, die die Veranstaltung für Oktober vorbereitete und zugleich ihre spätere Umwandlung in die GCJZ Mainz e.V. betrieb. Da die Arbeitsgemeinschaft als private Initiative über keine finanziellen Mittel verfügte, bereitete die Finanzierung des Abends ( ca. 950,- DM ) Schwierigkeiten. Die Stadt Mainz überließ den Saal zu einer ermäßigten Miete von 50,- DM, der Ministerpräsident gab 300,- DM; der Rest wurde wohl durch private und kirchliche Zuwendungen beglichen.

Gründungsverlauf und Erster Vorstand am 14. Dez. 1964

Nach dem großen Zuspruch zu diesem Abend wurde die Gründung der Gesellschaft zügig vorangetrieben. Am 14. Dez. 1964 trafen sich im Saal der Jüdischen Gemeinde, Forsterstr. 2, ca. 80 Personen, die die vorbereitete Satzung diskutierten und annahmen und so die Gründung vollzogen. Als Vorsitzende wurden gewählt die Herren Levy (jüdische Gemeinde), Pfr. Hickel zugleich als Geschäftsführer (evang. Kirche) Domkapitular Dr. Strasser (kath. Kirche). Weitere Vorstandsmitglieder waren: Prof. Dr. Roth ( ehemaliger Landesrabbiner; er legte den Sitz im Vorstand allerdings 1966 nieder), Rektor Haubrich, Pfr. Dr. Dr. Otto Böcher (ev.-theologische Fakultät), Pfr. Becker (kath. Stadtdekan), als Kassenführer Alfred Epstein (jüd. Gemeinde). Bereits im Januar 1965 bestätigte das Amtsgericht die Eintragung im Vereinsregister.

Entwicklung der Arbeit

Die Arbeit der Gesellschaft in den folgenden Jahren war geprägt (und ermöglicht) einerseits durch die umfassende Unterstützung durch die jüdische Gemeinde (namentlich deren Vorstand), zum anderen durch die personelle, organisatorische und räumliche Verbindung mit der evangelischen Christuskirchen-Gemeinde (Lukasbezirk). In den bewegten späten 60er und 70er Jahren fanden Vorträge und Diskussionen im großen Saal des Wolfgang-Capito.Hauses großen Zulauf; namhafte Referenten konnten gewonnen werden, z.B. Friedrich Heer, Ernst-Ludwig Ehrlich, Markus Barth, Willehad Paul Eckert u.v.a.m.
1966 war eine Gruppe junger Israelis zu Besuch. Dies damals durchaus noch schwierige Unternehmen war 1964 beim Besuch Ben Chorins von Pfr. Hickel angeregt worden.